Wohnungslosigkeit wird immer noch nicht nur tabuisiert, sondern ist insbesondere auch mit Stigmatisierungen behaftet. Schnell wird die Schuld an der wohnungslosen Person selbst gesucht, strukturelle Faktoren wie beispielsweise die Ungleichverteilung von Gehältern oder ein mangelnder Zugang zu psychosozialer Versorgung werden unter den Teppich gekehrt. Um hierfür Bewusstsein zu schaffen, besuchten die Ethik-Gruppen der 6. Klassen mit Prof. Pein-Tropper und Prof. Wohlmuther im Rahmen eines virtuellen Stadtspaziergangs verschiedene Einrichtungen im Lend, die für wohnungslose Menschen eine Anlaufstelle sein können, wie z.B. die Marienambulanz oder das Haus Rosalie. Bei der Frauennotschlafstelle Haus Rosalie wurden wir von der Leiterin Barbara Goricki-Gubo empfangen. Durch den persönlichen Austausch konnten die Schüler:innen einen tieferen Einblick in die Lebenswelten der dort auf Zeit lebenden Frauen bekommen, die sehr oft von Gewalt und Abhängigkeitsverhältnissen geprägt sind. Auch Initiativen wie das Kältetelefon wurden besprochen, das ein unterschwelliges Instrument ist, obdachlosen Menschen in kalten Nächten zu helfen. Denn schließlich geht es um eines: hinschauen – und zwar auf Augenhöhe.
